Liebe Vereinsmitglieder,

das Jahr neigt sich dem Ende zu und es ist wieder Zeit, Ihnen gute Wünsche für die Festtage und den Jahreswechsel auszusprechen, verbunden mit herzlichem Dank für Ihre Unterstützung der Vereinsarbeit in diesem Jahr und mit der Hoffnung, dass  das Schicksal es mit uns und der westlichen Welt künftig besser meint, als es derzeit aussieht. (Die Prognosen für die Parlamentswahl in Rumänien am 11.12.2016  sind leider auch nicht gut.)

Zur nächsten Vereinsversammlung (voraussichtlich im Februar 2017) wird rechtzeitig geladen. Wir, der Vorstand, wollen Ihnen aber schon jetzt ankündigen, dass wir unsere Arbeit damit beenden werden. Somit stünde die Entscheidung an, den Verein aufzulösen – falls sich nicht Nachfolger für die drei Vorstandsämter finden, die dann gewählt werden müssten.

Wir drei Vorstandsmitglieder sehen eine gewisse Zäsur darin, dass die Bedingungen für unsere Aktivitäten sich in verschiedenen Bereichen verschoben haben und es mittlerweile individuelle Möglichkeiten gibt, z.B. humanitäre Hilfe zu leisten, ohne dass es der Rechtsform eines e.V. bedarf (nähere Auskünfte zu Spenden, Patenschaften etc. gern bei mir). Bevor unsere Vereinsarbeit zur Routine wird, wollen wir uns von Ihnen mit einem kleinen Empfang bei der nächsten Vereinsversammlung verabschieden.

  Wir werden aber Rumänien und insbesondere Siebenbürgen treu bleiben, denn wir haben dort Freunde gewonnen und eine neue, faszinierende Welt entdeckt – eine unerwartete große Bereicherung.

Es grüßt Sie wie immer sehr herzlich

Sabine Kudera

1.Vorsitzende Kontaktkreis Siebenbürgen/Transilvania e.V.

Ottobrunn, 26.11.2016

 

Überblick über die Vereinsaktivitäten

 von der Vereinsgründung 7/2010 bis heute 11/2016

Die Vereinsgründung im Juli 2010 verdankte sich zwei Motiven: Zum einen dem aus dem Freundeskreis der Partnergemeinden Ottobrunns entstandenen Interesse von Barbara Doenecke, Renate Wiehle und mir, sich auch einmal mit einem anderen europäischen Land, einem neuen EU-Mitglied, zu beschäftigen, wozu uns Rumänien (EU-Beitritt 2007)  aus verschiedenen Gründen besonders reizvoll erschien. Zum anderen war ich schon in meiner Bürgermeister-Zeit mit Rumänien dadurch in Kontakt gekommen (erste Reise 2004), dass ich die Hilfsaktivitäten der bewundernswerten Frau Waltraud  Rudert, Neubiberg, für ein Roma-Dorf im Landkreis Kronstadt/Brasov unterstützt habe. Als Frau Rudert um 2010 herum schwer erkrankte, engagierten Barbara Doenecke und ich uns dann noch wesentlich stärker in ihren Aktivitäten, insbesondere im Jugendaustausch. Um nicht nur einen Gesprächskreis Interessierter, sondern auch eine rechtliche Basis für die Akquisition von steuerlich abzugsfähigen Spenden und von Zuschüssen von öffentlichen Körperschaften zu schaffen, gründeten wir den Kontaktkreis Siebenbürgen/Transilvania als eingetragenen Verein und haben uns dann auf den Spuren von Frau Rudert in das uns weitgehend unbekannte Rumänien vorgetastet.

Als Frau Rudert 2012 starb, übernahmen wir den Transport der von ihr eingesammelten, umfangreichen Sachspenden (gelagert in mehreren Hallen im Munitionsdepot in Hohenbrunn) in den Kreis Kronstadt und bauten sukzessive tragfähige Kontakte zu verlässlichen Kooperationspartnern - nicht zuletzt dank deren  Deutschsprachigkeit  -  auf.

 Hier nun ein Überblick über die einzelnen Aktivitäten mit herzlichem Dank an alle Spender und Unterstützer und die aktiv beteiligten Vereinsmitglieder (letztere nicht namentlich genannt):

 

1.  Zunächst ging es um humanitäre Hilfen für Privatpersonen in Wolkendorf/Vulcan  und Umgebung im Landkreis Kronstadt/Brasov[1].

1.1.  In mehreren Großtransporten lieferten wir von  2010 bis 2013 die von Frau    Rudert eingesammelten Sachspenden von Privatpersonen (Unmengen von Möbeln, Haushaltsgegenständen, Kleidung, Fahrrädern, Kinderspielzeug etc.), die über Pfarrer Uwe Seidner und Hans Otto Kasper an bedürftige Familien in Wolkendorf/Vulcan und Umgebung verteilt wurden. (Dank an die Gemeinde Hohenbrunn für die Einlagerungsmöglichkeit in der Muna!)

1.2.  ebenso Weihnachtspäckchen, Kinderkleidung und –schuhe, Spielzeug etc. in Paketen auch an Kinderheime in Weidenbach/Ghimbav  (Dank für diese Spenden an die Ottobrunner Klawotte!)

1.3.  und außerdem aus Vereinsmitteln eine jährliche Geldspende für Lebensmittel  zu Weihnachten – alles immer verteilt an arme Familien durch unseren äußerst engagierten, zuverlässigen Wolkendorfer Helfer Hans Otto Kasper.

1.4.  Eine besondere personenbezogene Unterstützung konnten wir durch Übernahme derFahrtkosten für einen Roma-Jugendlichen aus Deutsch-Weißkirch/Viscri  für den Schulbesuch im entfernten Reps/Rupea leisten.

 

2.   Außerordentlich hilfreich waren die umfangreichen Spenden gebrauchter Möbel und anderer Gegenstände von Institutionen:

2.1.  Es begann 2010 mit den vom Ottobrunner Kindergarten St. Magdalena gespendeten Möbeln für 5 ganze Kindergarten- und Hortgruppen (!), die wir über die Saxonia-Stiftung in Rosenau/Raznov  dem neu eingerichteten ev. Kindergarten in Fogarasch  zukommen ließen (Dank auch an die Ottobrunner Feuerwehr für´s Aufladen).

2.2.  Es folgten bis 2015 mehrere Großtransporte  mit fast  neuwertigen Schulmöbeln,  gespendet von der Gemeinde Putzbrunn (besonderer Dank an Bürgermeister Klostermeier) sowie von der Realschule Taufkirchen (Dank an Bauhofleiter Spoetzl) , die an Schulen in Wolkendorf und Kronstadt gingen (Dank für die großzügigen Zuschüsse zu den Transportkosten für diesen und weitere  5  Großtransporte an das Bayer. Staatsministerium für Arbeit und Soziales!).

2.3.  Große Bestände gut erhaltener Bürgerhausmöbel (Stühle, Tische, Schränke) aus der Gemeinde Putzbrunn und von den ehemaligen Ratsstuben des Wolf-Ferrari-Hauses Ottobrunn konnten wir an die ev. Kirchengemeinden in Wolkendorf und Zeiden/Codlea versenden, die dort in den Versammlungsräumen und Gästehäusern sehr nützlich sind.

2.4.  Sehr gut erhaltene Gardinen und Bettwäsche spendete uns das Ottobrunner Hanns-Seidel-Haus, die ebenfalls an die Gästehäuser der dortigen ev. Kirchgemeinden und an bedürftige Privatpersonen gingen.

2.5.  Zweimal konnten wir auch von Privatpersonenen für uns akquirierte gebrauchte Computer  vom Gymnasium Ottobrunn und der Universität München an Schulen in Wolkendorf und Zeiden per Paketsendungenübermitteln.

2.6.  Mehrfach haben wir auch von der Grundschule Brunnthal gespendete Schulranzen (tolle Dinger mit wunderbaren Federmäppchen) und Kinderkleidung an die Grundschule der Mina in Wolkendorf sowie Bücher und Spiele, gespendet von der Ottobrunner Grundschule I, an die deutschsprachige Abteilung der Zeidner Schule per Paketsendungen geschickt.

 

Wir danken nochmals sehr herzlich allen Sachspendern und den finanziellen Großspendern  Dr. Gerda Schwarz, Ottobrunn, und  Franz Inselkammer, Aying.

 

3.  Auch im kulturellen Betätigungsfeld konnten wir auf den Spuren von Frau Rudert insbesondere im (sehr arbeitsaufwändigen) Jugendaustausch aktiv werden:

3.1.  In 2013  luden wir die vielköpfige rumänische Folkloregruppe  „Magura“ aus Zeiden für eine Woche nach Ottobrunn ein: Mehrere Auftritte in Ottobrunn, insbesondere beim Kultursommerfest im Wolf-Ferrari Haus (Dank an großzügige Unterstützung durch WFH-Leiter Horst Frank!) hatten bemerkenswerte Resonanz. Unsere Freizeitgestaltung in München (organisiert und begleitet durch Vereinsmitglieder), im Phönix-Bad (Dank an Sportpark-Geschäftsführer Werner Müller!) und in Kooperation mit der Ottobrunner Musik- und Ballettschule kam bei den rumänischen Jugendlichen sehr gut an (für großzügige finanzielle Unterstützung Dank an das Bayer. Staatsministerium für Europa-Angelegenheiten!).

3.2. In2014 konnten wir einen 1-wöchigenBesuch der renommierten Blaskapelle Höhenkirchen-Siegertsbrunn e.V. (HöSi)  in Siebenbürgen vorbereiten und begleiten. Furchtlos reisten sie mit 50 Personen, jung und alt, für eine Woche nach Wolkendorf, wo sie im Gästehaus von Pfarrer Uwe Seidner  bestens aufgenommen wurden und mehrere großartige öffentliche Auftritte – auch auf dem historischen Stadtplatz  von Kronstadt – absolvierten (alle Kosten von den HöSi´s  selbst getragen!).

3.3.  In 2015 kam quasi als Gegenbesuch die siebenbürgisch-sächsische Tanzgruppe aus Zeiden zu uns; das sind deutschsprachige rumänische  Jugendliche, die die Tradition der Tänze der (deutschkulturellen) Siebenbürger Sachsen in Rumänien aufrechterhalten. Sie wurden bestens aufgenommen und betreut von den HöSi´s, die auch ein sehr schönes Abschiedsfest mit bayerischen und siebenbürgisch-sächsischen Tänzen organisierten (besonderer Dank an den gesamten Blaskapellen-Verein und seinen 1. Vorsitzenden  Florian Sepp  und wieder an das Phönixbad und die Ottobrunner Feuerwehr; für finanzielle Unterstützung  Dank an das Bayer.  Europaministerium, die Fa. Dräxlmair/Zeiden, den Freundeskreis der Partnergemeinden Ottobrunns  und die Zeidner Nachbarschaft ).

3.4.  Der Besuch der damaligenrumänischen Generalkonsulin Brandusa Predescu  im Februar2012 im Ottobrunner König Otto von Griechenland-Museum (Dank an den Museumsleiter Prof. Dr. Jan Murken für die interessante Führung!) bot auch für die Vereinsmitglieder Gelegenheit zur Diskussion über Rumäniens Stellung zur Europäischen Union. Dabei war auch Vizekonsul Michael Fernbach, der auch eine unserer Vereinsversammlungen mit seiner Anwesenheit beehrte und sich dort sehr lebhaften Diskussionen stellte.

3.5.  Als kulturelle Aktivitäten, die dem hiesigen Publikum einen besseren Einblick in das unbekannte, für manche leicht gruselige Rumänien geben sollten, luden wir Kooperationspartner aus Siebenbürgen zu öffentlichen Vorträgen nach Ottobrunn ein:

Pfarrer Uwe Seidner, Wolkendorf, und Paul Iacob, damals Vorsitzender des Demokratischen Forums der Deutschen in Zeiden, referierten und diskutierten im April 2014  mit den Zuhörern über die Situation in Rumänien und die der schwindenden deutschen Minderheit in Siebenbürgen  (Dank an die ev. Michaelsgemeinde Ottobrunn für die Überlassung des Gemeindesaals!).

Im Spätherbst 2013 traf man sich wieder in Ottobrunn zu den Vorträgen von Pfarrer Uwe Seidner über Geschichte und Gegenwart der Siebenbürger Sachsen in Rumänien und  von Hermann Kurmes über die ökologische Situation in Rumänien und den wachsenden Ökotourismus, wobei wir auch den Zeidner Nachbarvater Udo Buhn und Vertreter der Wolkendorfer Heimatortsgemeinschaft  im Wolf-Ferrari-Haus begrüßen konnten.

3.6.  Erwähnt werden sollte auch mein öffentlicher Vortrag über „Kontraste Rumäniens – Dracula, Walachei und (mehr als) 800 Jahre deutsche Kultur in Siebenbürgen“ im Mai 2011 beim Freundeskreis der Partnergemeinden Ottobrunns.

3.7.  Im Juli2014 freuten wir uns, durch Vermittlung von Pfarrer Dr. Stefan Cosoroaba, Michelsberg  die Fotoausstellung über die beachtliche Tätigkeit der ev. Diakonie in Rumänien, die in verschiedenen Orten der Bundesrepublik gezeigt wurde, auch in Ottobrunn präsentieren zu können (Dank an Wolf-Ferrari-Haus- Leiter Horst Frank für die großzügige Unterstützung!).

 

4.  Um auch anderen Interessierten die von uns entdeckte neue Welt zugänglich zu machen, haben wir Möglichkeiten gefunden, selbst „maßgeschneiderte“ (haftungsrechtlich abgesicherte) Gruppen-Reisen nach Rumänien  für einen breiten Teilnehmerkreis zu organisieren (ausschließlich von den Reisenden selbst  finanziert ), die neben dem Erleben der bedeutenden Sehenswürdigkeiten des Landes (viele UNESCO-Weltkulturerbe-Stätten, insbesondere die sächsischen Kirchenburgen und die Moldauklöster),  auch persönliche Kontakte und Gespräche mit unseren dortigen Partnern und anderen Vertretern der deutschen Minderheit boten. Die Begeisterung war bei den Teilnehmern jedes Mal sehr groß und hat sicher die europäische Verständigung gefördert.

 Die Reiseziele waren:

2013:  Bukarest, Wolkendorf im Kreis Kronstadt, Zeiden, Tartlau/Prejmer etc. sowie Hermannstadt/Sibiu

2014:  Klausenburg/Cluj, die Maramuresch, das Sathmarer und Zipser Land, die Bukowina mit den Moldauklöstern und Czernowitz/Ukraine

2015:  nochmals  Bukarest, Kreis Kronstadt, Deutsch-Weißkirch/Viscri  etc. und das Szekler-Land für Ottobrunner Gemeinderats-Mitglieder und andere VIPs.

2016:  wieder die Bukowina mit Czernowitz  über Jassy/Iasi, nunmehr organisiert von unserem Mitglied Prof. Dr.  Juliane Sagebiel,  München-Pasing.

Für die beeindruckenden Reisen sagen wir einen besonders herzlichen  Dank  an „unsere Sachsen“ Hermann Kurmes, Öko-Tourismus-Unternehmer, und Pfarrer Uwe Seidner, beide Wolkendorf.

 

Prof. Dr. Sabine Kudera

1.Vorsitzende Kontaktkreis Siebenbürgen/Transilvania e.V.

26.11.2016



[1] Hier und im folgenden werden vorrangig die deutschen Ortsnamen verwendet, eine Reminiszenz an unsere siebenbürgisch-sächsischen Partner